Kurhaus Bad Nauheim
Jugendstiltheater,  Kurhaus

Kurhaus, Terrasse und Jugendstiltheater

Das Kurhaus von Bad Nauheim mit seiner Terrasse ist bereits in den Jahren 1862 bis 1864 erbaut worden. Doch hatte sich schnell herausgestellt, dass es in vielen Bereichen zu klein war und den gehobenen Ansprüchen der immer größer werdenden Besucherströme nicht genügte. Daher entschloss man sich auch das Kurhaus mit seiner Terrasse im Zuge der Neugestaltung von Bad Nauheim umzubauen.
Denn eines wusste man: der Kurgast kam nicht nur wegen seiner Gesundheit nach Bad Nauheim. Er frequentierte nicht nur die Badehäuser und die Anlagen von Sprudelhof, Trinkkuranlage und Inhalatorium – die Freizeitgestaltung während des Kuraufenthaltes war mindestens genauso wichtig.

Auch hier war es wieder Wilhelm Jost, der federführend für die Arbeiten verantwortlich war. Bereits im Jahr 1906 ging man daran das Kurhaus auf den neuesten Stand zu bringen und das auch in Sachen Küchentechnik. Vor allem aber ging es beim Umbau von Kurhaus und Terrasse um die Freizeitgestaltung und das Vergnügen der Kurgäste. Insbesondere Musikveranstaltungen und Kurkonzerte erfreuten sich beim internationalen Publikum großer Beliebtheit. Doch die bisherigen Räume und Terrassenbereiche waren zu klein für die stetig wachsende Zahl der Kurgäste.

Also wurde in der Konsequenz nicht nur die Terrasse des Kurhauses umgestaltet, sondern vor allem auch ein großer Konzertsaal eingebaut, das heutige Jugendstiltheater.

Im folgenden Text aus dem Jahr 1910, der im Zentralblatt der Bauverwaltung veröffentlicht wurde, schildert Wilhelm Jost die Arbeiten:


Kurhaus Bad Nauheim Terrasse
Terrasse des Kurhauses von Bad Nauheim
historische Postkarte

Terrasse, Musiktempel und Jugendstiltheater

„In der den Landständen im Jahre 1904 unterbreiteten Vorlage (s. Jahrg. 1909 d. Bl., S. 2) war zwar eine Erneuerung der Terrassenmauer des Kurhauses, ein Musiktempel und daran anschließend ein Konzertgarten mit Konzertsaal geplant, jedoch hatte man damals geglaubt, sich mit einer verhältnismäßig geringen Erweiterung und vor allem mit einer ganz einfachen Konzerthalle begnügen zu müssen. Letztere sollte eigentlich nur eine gedeckte Halle zur Benutzung bei schlechtem Wetter sein, und es sollten darin die gewöhnlichen täglichen Kurkonzerte abgehalten werden. Nachdem aber gerade 1904 und 1905 die Besuchziffern sehr in die Höhe gegangen waren, entschloß man sich schon 1905, als die Terrassenmauer und der Musiktempel mit den nördlichen Lauben bereits ausgeführt waren, zunächst den Konzertgarten um etwa 12 m nach Westen, also nach der Tiefe, zu verlängern. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen erwies es sich als wünschenswert, die einfache Halle zu einem allen in Frage kommenden Ansprüchen genügenden Konzertsaal auszugestalten, in dem also neben den gewöhnlichen täglichen Kurkonzerten vor allen Dingen Sinfoniekonzerte, größere musikalische Veranstaltungen jeder Art und schließlich auch Ballfeste u. dergl. abgehalten werden könnten. Hierzu waren nicht nur eine beträchtliche Vergrößerung, sondern auch die Anlage geräumiger Kleiderablagen, Künstlerzimmer an der Bühne und anderes mehr notwendig. Während früher die Gesamtkosten zu 470200 Mark veranschlagt waren, ergab sich für die erweiterte Anlage ein Kostenaufwand von 740000 Mark, der auch bei der Ausführung nicht überschritten wurde. Erhebliche Kosten verursachte der tiefe Einschnitt in den Bergabhang und die Errichtung einer Stützmauer.“


Flüstergalerie und Konzertgarten Kurhaus Bad Nauheim
Die “Flüstergalerie” mit Konzertgarten auf der Terrasse des Kurhauses in Bad Nauheim
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Eine Terrasse für die Musik

„Die jetzt fertiggestellte Anlage wird durch den beigefügten Übersichtsgrundriß und die übrigen Abbildungen zur Anschauung gebracht. Erläuternd sei folgendes bemerkt: Die vor dem alten Kurhaus nach Osten liegende etwa 24 m breite Terrasse ist infolge ihrer einzig schönen Aussicht auf den Park und ihrer wind- und sonnengeschützten Lage täglich von einer großen Menschenmenge besetzt, deren Zahl bei besonderen Gelegenheiten bis zu 5000 und mehr steigt. Der reine Musikgenuß tritt selbstverständlich bei einem großen Teil dieser Besucher, zumal täglich zweimal Konzert stattfindet, in den Hintergrund: sind ja doch auch diese Kurkonzerte überall in erster Linie Unterhaltungsmittel, Veranlassung zum täglichen Zusammenströmen des internationalen Publikums. Da aber immerhin ein nicht geringer Teil der Besucher auch wohl ohne Inanspruchnahme der Wirtschaft Musik hören will, hat man sich entschlossen, den Konzertgarten ganz getrennt von der vorderen Terrasse, auf der die Promenade stattfindet, mehr für den Musikgenuß anzulegen. Dadurch sind die nächst dem Musiktempel sitzenden Besucher, die der Musik wegen kommen, durch die Promenade nicht gestört und die Promenierenden haben die schöne Aussicht auf den Park. Die Akustik ist in dem auf drei Seiten von Hallen umgebenen Konzertgarten recht gut, wenn man berücksichtigt, daß es sich um Streichmusik im Freien handelt. Der Konzertgarten faßt etwa 1800 bis 2000 Personen, von denen 500 auf die Sitzplätze ohne Restauration unmittelbar an dem Musiktempel entfallen.“


Jugendstiltheater Bad Nauheim im Kurhaus
Das Jugendstiltheater von Bad Nauheim im Kurhaus
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Das Jugendstiltheater entsteht

„Was den Konzertsaal anlangt, so ist zu bemerken, daß er nach wiederholten Umarbeitungen, die jedesmal eine Vergrößerung zum Zweck hatten, schließlich für etwa 1400 Sitzplätze bei reichlichen Gangbreiten vorgesehen wurde. Die Grundfläche des Saales mit Vorsaal beträgt 960 qm. Im Saal sind 800 Sitzplätze, im Vorsaal 168 untergebracht, während 152 auf die Seitenemporen und 244 auf die Mittelempore (der einzige Teil mit festem Gestühl) entfallen. Der hintere Teil des Saales ist bei gewöhnlichen Kurkonzerten mit Tischen für Erfrischungen bestellt. Zum Vergleich sei erwähnt, daß der Festsaal des Kurhauses höchstens 400 Personen faßt.
Die übliche Anordnung der neueren Konzertsäle, wobei die ganze Saalfläche im Untergeschoß zu Kleiderablagen ausgenutzt und der Saal in einem nur durch Treppen zugänglichen Hauptgeschoß liegt, war mit Rücksicht auf die herzleidenden Kurgäste, denen jedes Treppensteigen beschwerlich oder gar verboten ist, nicht durchführbar. Vielmehr mußten die Kleiderablagen auf gleicher Höhe mit dem Saalfußboden geplant werden, und es ergab sich so eine Anordnung zu beiden Seiten des Vorsaales. Für die Plätze im Obergeschoß sind auch Kleiderablagen im Obergeschoß untergebracht. Im ganzen sind für 1864 Plätze rd. 410 qm Fläche für Kleiderablagen vorhanden, wobei auf einen möglichst reichlichen Raum vor den Ablagetischen besonders Wert gelegt wurde. Der Zugang zum Gebäude erfolgt durch die linke oder rechte Ablage, von denen unmittelbar der Vorsaal und der Hauptsaal zugänglich sind. Über eine breite Treppe sind die Emporen zu erreichen. An den Kleiderablagen liegen ferner die Aborte und in der südlichen Ablage ist zur Benutzung der Emporenbesucher ein Aufzug eingebaut: die seitlichen Emporen sind als Logen ausgebildet. Im Obergeschoß ist ferner auf der Südseite ein Proberaum mit Notenzimmer, auf der Nordseite eine Wohnung für den Leiter der Kurkapelle eingebaut, welch letztere sich noch in den Dachraum erstreckt. Hinter der Bühne liegen die nötigen Räume für Orchester und Solisten. Die Bühne selbst ist in der Hälfte ihrer Tiefe durch einen nach hinten verschiebbaren Vorhang abgetrennt. Hierdurch ist eine Dämpfung der hinteren Blas- und Schlaginstrumente zugunsten der Streichinstrumente erzielt und eine Vergrößerung für erweitertes Orchester oder Chöre mit Orchesterbegleitung leicht möglich.
Ausgänge sind reichlich vorhanden; außer den vier Türen zu den Kleiderablagen sind auf der Ostseite noch fünf Türen zum Vorsaal, die eine gemeinsame Benutzung des Saales und des Konzertgartens bei Sommerfesten ermöglichen. Ferner sind in der Mitte und an der Bühne je an der Süd- und Nordseile noch Notausgänge, letztere auch von der Empore aus durch Nottreppenhäuser zu erreichen. Auch die Haupttreppenhäuser haben außer dem Ausgang durch die Garderobe einen unmittelbaren Notausgang.“


Grundriss Kurhaus Bad Nauheim
Plan des Kurhauses von Bad Nauheim
aus: Wilhelm Jost: Die Neuanlagen von Bad Nauheim, in: Zentralblatt der Bauverwaltung, Nr. 77 (1910) S. 501-506, hier S. 502.

Die Geschichte des Baus

„Die Ausführung der ganzen Bauanlage konnte mit Rücksicht auf den Kurbetrieb nur während der Wintermonate vom 1. Oktober bis 1. Mai (seit 1909 nur bis 15. April) erfolgen. Nach Genehmigung des ganzen Bauprogramms und der ersten Baurate am 29. Dezember 1904 wurde am 2. Januar 1905 mit der Terrassenmauer, dem Treppenaufgang und dem Musiktempel begonnen, am 8. Februar desselben Jahres auch mit der nördlichen Halle des Konzertgartens. Diese Teile wurden am 1. Mai desselben Jahres bereits in Benutzung genommen. Im Winter 1905/06 ruhte der Bau, weil die weiteren Mittel noch nicht genehmigt waren. Im darauffolgenden Winter wurden die westlichen und südlichen Hallen gebaut und nach der anfangs Februar 1908 erfolgten Genehmigung der nachgeforderten Mittel für den erweiterten Konzertsaal wurde dessen Rohbau, zu dem die  Grundmauern und ein ziemlich beträchtlicher Erdabhub an dem Berghang bereits vorher ausgeführt waren, so betrieben, daß das Gebäude am 1. Mai desselben Jahres gedeckt stand. Im Winter 1908/09 konnte der Saal im inneren Ausbau, ohne die Ausmalung, die erst in dem letztvergangenen Winter vorgenommen wurde, aber einschließlich Ausstattung mit Möbeln vollständig fertiggestellt werden.“


Umgang Terrasse Kurhaus Bad Nauheim Konzertgarten
Umgang auf der Terrasse des Kurhauses von Bad Nauheim am Konzertgarten
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Künstler und Material

„Die Anlage ist im Äußeren mit Ausnahme der Terrassenmauern, Ballustraden und Treppenaufgängen, die ganz aus Muschelkalk bestehen, nur unter sehr sparsamer Verwendung von Haustein ausgeführt. Der Brunnen am Aufgang zur Terrasse ist von Professor Habich, früher in Darmstadt jetzt in Stuttgart, modelliert. Der Saalbau, der nur in seiner schmalen Ostseite in Erscheinung tritt, ist bis auf den  niedrigen Sockel ganz verputzt, nur die Ostseite hat eine große Fenstergruppe in Muschelkalk mit vier Konsolen geschmückt, von denen die beiden mittleren figürlich, die seitlichen ornamental behandelt sind. Dieser wirkungsvolle und in den Verhältnissen äußerst glückliche Schmuck stammt von dem Bildhauer Karl Huber in Offenbach a. M. Außer den genannten beiden Künstlern ist noch Bildhauer Scholl in Darmstadt mit den Kapitellen am Musiktempel beteiligt. Die Dächer des Musiktempels und der Hallen sind mit Kupfer, das des Konzertsaals mit Schiefer gedeckt. Bei den hauptsächlichsten Rohbauarbeiten waren folgende Firmen beteiligt: Kaisersteinbruch A.-G., Köln, Franz Zeller, Miltenberg und Mich. Leipold, Würzburg für die Kalksteinlieferungen. Peter Stamm III, Bad Nauheim (Erd- und Mauerarbeiten), J. Füller, Friedberg (Zimmerarbeiten) und Gg. Donges, Darmstadt (das eiserne Dach werk), trugen durch ihre pünktliche Einhaltung der kurz bemessenen Fristen viel zur schnellen Fertigstellung des Rohbaues des Konzertsaals in der Zeit von Mitte Februar bis 1. Mai 1908 bei.“


Ausgestaltung Jugendstiltheater Bad Nauheim
Die Ausgestaltung des Jugendstiltheaters von Bad Nauheim
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Die Ausgestaltung des Jugendstiltheaters

„Der Saal zeigt im Inneren eine verhältnismäßig einfache, ruhige Wirkung. Bis zu den Emporen sind Wände und Pfeiler in dunklem Rüsternholz verkleidet, über den Emporen ist graue Stoffbespannung mit Kirschbaumholz verwendet. Emporenbrüstung und die oberen Wände sind im Naturputz stehen gelassen, der allerdings besonders sorgfältig ausgeführt ist und der auch als Grundton der Malerei überall ohne jede Behandlung durchkommt. Die Decke ist kassettiert und geht mit einer großen Hohlkehle mit Stichkappen in die Wand über, die Akustik wird als gut gerühmt. Die Ausmalung hat der Maler Gustav Nitsche in Köln-Lindenthal, meist mit einfachen Mitteln, glücklich durchgeführt. Einen Hauptschmuck bilden die Beleuchtungskörper, in der Hauptsache vom Gasapparat- und Gußwerk Mainz geliefert. Sämtliche Holzarbeiten fertigte die Hofmöbelfabrik J. Glückert in Darmstadt, während die Möbel der Hofmöbelfabrik Ludwig Alter in Darmstadt, übertragen waren. Das Parkett des Erdgeschosses wurde von der Hofmöbelfabrik A. Bembé in Mainz, gelegt.“


Konzertgarten am Kurhaus von Bad Nauheim
Blick in den Konzertgarten am Kurhaus von Bad Nauheim
aus: Wilhelm Jost: Die Neuanlagen von Bad Nauheim, in: Zentralblatt der Bauverwaltung, Nr. 77 (1910) S. 501-506, hier S. 505.

Die Verantwortlichen

„Der Vorentwurf, der bis auf die Konzerthalle ohne wesentliche Änderungen auch ausgeführt wurde, ist infolge besonderen Auftrags des Großh. Ministeriums von dem Unterzeichneten verfaßt. Die Weiterbearbeitung und Ausführung der Anlage erfolgte verantwortlichen unter der Leitung des Unterzeichneten durch die Baubehörde für die Neubauten in Bad Nauheim. Mit der Bearbeitung waren nacheinander die damaligen Regierungsbauführer Sehrt und Dogny (für den ersten Bauteil), Wagner (für den zweiten Teil), der damalige Regierungsbaumeister Best (mit Vorarbeiten zum Konzertsaal) und der Regierungsbaumeister Dr. Lipp sowie der Regierungsbauführer Storck (für den Konzertsaal) beschäftigt.“


Plan des Küchenbereichs des Kurhauses von Bad Nauheim
aus: Wilhelm Jost: Die Neuanlagen von Bad Nauheim, in: Zentralblatt der Bauverwaltung, Nr. 77 (1910) S. 501-506, hier S. 503.

Die neue Küchenanlage im Kurhaus

„Die frühere Kurhausküche, die verschiedene Umbauten erfahren hatte, war dem größeren Wirtschaftsbetrieb bei dem zunehmenden Besuch des Kurhauses nicht mehr gewachsen. Wenn auch in der ursprünglichen Vorlage an die Landstände eine Änderung der Küche nicht vorgesehen war, so konnte man sich doch bald der Notwendigkeit einer völligen Neugestaltung nicht mehr verschließen. So wurden für das Jahr 11)06 die Mittel angefordert und nach deren Genehmigung im Winter 1906/07 die alte Küche vollständig abgerissen und eine neue bedeutend vergrößerte Anlage mit einem Kostenaufwand von 152 000 Mark für das Gebäude und 10000 Mark für Möbelausstattung errichtet.
Einem dringenden Wunsch des Kurhauspächters zufolge wurden alle Räume mit Ausnahme der Waschküche, des Bier- und Weinkellers und eines Brausebades für Bedienung im Erdgeschoß auf einer Höhe ungeordnet. Dies und die Ausführung fast sämtlicher Zwischenwände in verglastem Eisenrahmenwerk ermöglicht eine überaus bequeme und sichere Übersicht, die von dem Pächter für einen Betrieb, wie er hier vorliegt, mit Recht als erste Bedingung angesehen wird.
Ein Teil der Anlage, die südwestliche Ecke, ist überbaut. Im Obergeschoß dieses Teils liegt die Wohnung des Wirts und im Dachgeschoß ist eine Reihe von Kammern für weibliches Dienstpersonal untergebracht. Die Anordnung der Räume untereinander im Erdgeschoß entspricht genau den Wünschen des Kurhauspächters und hat sich nach dessen wiederholter Mitteilung durchaus bewährt. Die Kochküche ist als einziger Raum über die übrige Erdgeschoßhöhe etwa 1 in hinausgeführt; sie hat ein großes Oberlicht mit Lüftungsflügel. Diese Anordnung hat den Erfolg gehabt, daß die Luft aus den Nebenräumen und den Fluren des Kurhauses stets das Bestreben hat nach der warmen und höheren Kochküche abzufließen und nicht umgekehrt. Belästigung durch Küchengeruch ist vollständig vermieden. Alles nähere geht aus den Abbildungen hervor. Es sei nur noch bemerkt, daß das neben der Kochküche, aber ohne Verbindung mit ihr, eingebaute Büfett mit Rücksicht auf den Konzertsaal und den Konzertgarten als Ergänzungsbüfett zu dem alten im Kurhaus selbst befindlichen angeordnet wurde.
Mit dem Abbruch der alten Küche wurde am 1. Oktober 1906 begonnen. Die neue Küchenanlage ist am 1. Mai 1907 in Benutzung genommen. Die Erd- und Maurerarbeiten wurden von Peter Stamm III, Bad Nauheim, die Eisenverbünde von Gg. Dönges, Darmstadt, die Betonarbeiten (Decken der verschiedenen Geschosse sowie vollständiges Dachgeschoß) von Hellm. Krüger u. Lauermann, Frankfurt a. M., ausgeführt. Die Kücheneinrichtungen sind von F. Küppersbusch Söhne, Gelsenkirchen, geliefert, während alle übrigen Installationsarbeiten der Firma Alfred Imhof, Bad Nauheim, übertragen waren. Entwurf und Ausführung erfolgte unter Leitung des Unterzeichneten durch die Baubehörde für die Neubauten in Bad Nauheim. Mit der besonderen Bearbeitung war der damalige Regierungsbaumeister Best beschäftigt.
Nauheim. Jost.“[1]


[1] Wilhelm Jost: Die Neuanlagen von Bad Nauheim, in: Zentralblatt der Bauverwaltung, Nr. 77 (1910) S. 501-506.


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Beitragsbild:
Das Kurhaus von Bad Nauheim mit seiner Terrasse, ca. 1912 – historische Postkarte

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